Pflege

Stammhöhen:

Bis der Stamm die volle Höhe erreicht hat, alle Seitentriebe sukzessive entfernen. Bei Pflanzungen mit terminal tragenden Sorten ohne Holznutzung 180 – 200 cm, damit später die Nüsse mit der Maschine rationell aufgelesen werden können und damit die Kronen für Behandlungen (Fruchtfliege, Pilz- und Bakterienkrankheiten) nicht zu weit oben sind.
In Intensivanlagen mit lateral tragenden Sorten 80 – 120 cm.
Bei beabsichtigter späteren Stammholznutzung bei Solitär- und Hofbäumen mindestens 3 m (je länger der Stamm, desto wertvoller der künftige Säge- oder Furnierstamm.

Baumschnitt:

Bei Nussbäumen nur während der Vegetation Schnittmassnahmenvornehmen. In der Vegetationsruhe bis nach dem Austrieb „blutet“ der Nussbaum sehr stark. Nussbäume brauchen keinen jährlichen Schnitt, aber für gute Fruchtproduktion eine gelegentliche Auslichtung der Krone (ca. alle 3 Jahre). Die Dichte der Krone ist aber stark sortenabhängig. Nur moderate Eingriffe machen, denn ein vitaler Nussbaum reagiert auf radikales Zurückschneiden erst recht mit kräftigen Wasserschossen. Optimaler Schnittzeitpunkt bei Fruchtbäumen: für beste Wundverheilung gleich nach dem Austrieb (Ende April – Anfang Mai), spätester Schnitt zwischen Ernte und Laubfall, dann aber Wundverheilung erst ab Folgejahr.

Wertästung bei Waldnussbäumen:

Die Krone soll halbe Baumhöhe aufweisen. Starke Seitenäste auch im Kronenbereich bei maximal 5 cm Durchmesser herausschneiden. Optimaler Zeitpunkt: 2. Junihälfte, bei abnehmendem Mond. Dann wachsen weniger Wasserschosse nach.

Kronenformung für Fruchtbäume:

Neben dem Mitteltrieb 2 – 3 Leitäste anziehen oder Mittelast ganz entfernen und 3 Leitäste belassen. Nussbäume haben in jeder Blattachsel 3 Knospen – eine grosse gut sichtbar, darunter eine kleinere, auch sichtbar, nochmals darunter ein drittes schlafendes Auge. Für Leitäste die 1. Knospe herausbrechen und aus der 2. ev. der 3. Knospe wachsen lassen, denn diese sind rundum mit dem Stamm besser verwachsen, als solche aus der 1. Knospe. Die Kronen werden dadurch bruchsicherer bei Sturmeinwirkungen. Ein Rückschnitt auf schlafende Augen ergibt kräftige Ruten mit guter Verwachsung.